Benedikt und Claudia Sauter legten mit der Entwicklung der ERP Software solch eine grandiosen Entwicklung hin, wie kaum ein anderes SaaS Start Up in Deutschland. Ursprünglich nur für den Eigenbedarf konzipiert, wurde die Nachfrage nach XENTRAL immer größer. In diesem Jahr (2021) haben Claudia und Benedikt zwei sagenhafte Finanzierungsrunden über insgesamt 100 Mio. Euro abgeschlossen.  

 

Mit Begeisterung hat Benedikt Computer auseinandergenommen, um alles bis ins kleinste Detail zu kennen. Als „Software Getriebener“, der schon diverse Lösungen für Unternehmen programmierte, ist Benedikt in 2008 über Umwege zur Hardware bekommen.  

Heimisches Wohnzimmer wurde zum Hardwarelager 

Mehr durch Zufall hat er bei seinen Experimenten ein flexibles Programmiergerät für Microcontroller entwickelt. In einem Forum mit dem Open Source Code veröffentlicht, flatterte eine große Anzahl an Anfragen für das Gerät herein. Die Nachfrage wurde so groß, dass Claudia und Benedikt beschlossen, die Hardware selbst bauen zu lassen und einen Onlineshop mit einem Produkt zu eröffnen. Der Aufwand wurde unterschätzt, und so musste übergangsweise das Wohnzimmer in ein Lager umfunktioniert werden.  

Prozesse verlangen nach guter Softwarelösung 

Nicht nur die Problematik mit der Lagerkapazität wurde unterschätzt, sondern auch die begleitenden täglichen Prozesse, die abgearbeitet werden mussten. Nicht gerade die Leidenschaft der beiden Gründer, wurde daher nach einer Software Lösung Ausschau gehalten. Als Entwickler wusste Benedikt, dass Software das Leben erleichtern und der Computer viele wiederkehrende Vorgänge abnehmen soll. Für die gesamte Abwicklung angefangen bei den Lieferanten, über Produktion, Bestellung, Kundenanfragen, Versand und Rechnungsstellung sollte im eigenen Unternehmen eine Lösung eingesetzt werden.      

   

Was macht XENTRAL besser als der Wettbewerb 

Die Schwierigkeit lag dabei, eine Software zu finden, die sowohl die Produktion als auch den Online-Verkauf abdeckt. Benedikt und seine Frau Claudia ließen sich ERP Software vorstellen und waren schockiert “was die Software leisten kann, wie teuer sie ist, wie unflexibel und wie hässlich sie ist“, so Benedikt. Unsere Software wird von denen gemacht, die sie auch selbst täglich verwenden, sagt Benedikt. Mit der Unterstützung von rund 400 Kunden hat er die Software daher Schritt für Schritt, meist am frühen Morgen vor Arbeitsbeginn selbst entwickelt. Er ist dabei nicht nur detailliert auf die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen, sondern auch die der Kunden eingehen.  

Software für den Eigenbedarf wird Renner bei den Kunden  

Nachdem die eigenen Prozesse mit der eigenen Anwendung erst einmal abgedeckt waren, wollte man sich wieder auf das eigentliche Geschäft, die Produktion und den Versand der Hardware konzentrieren. Kunden, die aus dem heutigen XENTRAL heraus automatisierte Emails erhielten, erkundigten sich jedoch immer häufiger nach der eingesetzten Software. Eine abgespeckte Version wurde von Benedikt Open Source gestellt, die meisten Kunden hatten jedoch Bedarf an der umfangreichen Variante. Das war als Hardwareanbieter ein Konflikt für XENTRAL. Eine ERP Software ist sehr umfangreich und Benedikt und Claudia konnten die Ressourcen nicht aufbringen, bei Problemen mit der Software zu supporten.         

Gründung der XENTRAL Software in 2017 

Ausschlaggebend für die Gründung der Software-Company war schließlich der steigende Umsatz mit der Software, der in 2017 auf das Niveau des Hardware-Umsatzes stieg. Der eigene „Flohmarkt an vielen unterschiedlichen Produkten“, wie Benedikt es nennt, war nicht mehr zielführend. Für das Gründer-Paar fühlte es sich sehr gut an, die Kunden bei diesem sehr komplexen Softwarethema zu betreuen und zu beraten. Sie beschlossen, die Hardwareshops zu stoppen, wobei ihre Kunden an Partner und Wettbewerber weitergegeben wurden.  

Umsatz, Kunden und Mitarbeiter   

Mit anfangs 12 Mitarbeitern wurde in der ersten Zeit der Umsatz sehr schnell verdreifacht. Mittlerweile ist die Zahl der Mitarbeiter auf rund 200 angestiegen. Mit der Manpower hat XENTRAL, die noch am Anfang steht, nun viel Potenzial, welches ausgeschöpft werden kann. Zu den fast 1.500 Kunden zählen zum Beispiel sebworld, flyeralarm, KoRo und oatsome. Die Kunden kommen überwiegend aus dem SMB Bereich, hier aber eher im unteren Segment mit 10 bis 200 Mitarbeitern. 

Tolle Investments und sagenhafte Finanzierungsrunden 

XENTRAL war in der Lage, sich von Anfang an bootstrapped zu finanzieren. Doch die beiden Gründer benötigten für den weiteren Ausbau des Unternehmens professionelle Unterstützung im Marketing und Vertrieb. Durch Zufall kamen fast zeitgleich 5 Anfragen von Unternehmen, die, wie sich später herausstellte, bei der Höhle der Löwen auftraten und „über Nacht“ wahrscheinlich große Auftragsmengen abwickeln mussten. Investor der Unternehmen war Frank Thelen, mit dem Claudia und Benedikt dann Kontakt aufnahmen. Von da an ging es mit schnellen Schritten voran. 

Noch in 2017 gab es ein Investment von Freigeist Capital, gefolgt von der Series A Runde Anfang 2021 in Höhe von 20 Mio. Euro von Visionaries Club und Sequoia Capital, dem TOP Investor schlechthin, der bei Apple, Google, Zoom, Paypal, Oracle, LinkedIn und vielen weiteren Internetgiganten investiert hat. Nun noch der Paukenschlag, Tiger Global und Meritech Capital steigen mit einem Investment von 75 Mio. Euro bei XENTRAL ein.   

Eine sagenhafte Story, von denen es in Deutschland wenige gibt. Bleibt hier auf dem Laufenden wie es weitergeht!  

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Veerle Türling

Veerle Türling

Head of Ecosystem

Mit Herzblut setzt sich Veerle für die SaaS Provider ein. Ständig auf der Suche nach den coolsten Anbietern, hat sie einen guten Überblick über den Markt. Gemeinsam mit ihren Kollegen baut sie das größte SaaS Netzwerk auf.

Alle Bildquellen: XENTRAL

Beitragsbild: Cloud Ecosystem

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